Quito
Quito - Franziskaner-Hauptstadt von Ecuador, Luz de América, ehemalige Hauptstadt des nördlichen Inka-Reiches, Weltkulturerbe - liegt auf 2800 Meter über dem Meer in einem Hochtal am Fusse des Vulkans Pichincha und etwa 22 Kilometer südlich des Äquators. Warum wird es "Franziskaner-Stadt" genannt? Der vollständige formale Name ist "San Francisco de Quito" und stammt aus spanischer sowie Inka-Herkunft. Franziskaner-Mönche begleiteten die spanischen Konquistadoren und gründeten eine der ersten katholischen Kirchen in Nord- und Südamerika, am selben Ort wo jetzt die "Plaza de San Francisco" liegt, im Herzen des kolonialen Quito. Ausserdem ist das Wort "Franziskaner" in der spanischen Sprache ein Adjektiv und steht für Ruhe, eine Qualität, für die Quito viele Jahre bekannt war. Der Name "Quito" ist abgeleitet vom Namen des Indígena-Volkes der Quitus, das vor der Eroberung durch die Inkas in dieser Region der Anden heimisch war.
Luz de América, das "Licht" oder der "Leuchtturm" von Amerika, bezieht sich auf die Tatsache, dass die Regierung von Quito die erste war, dir ihre Unabhängigkeit von Spanien erklärte. In der Kolonialzeit hatte Quito einen Ruf als renommiertes politisches und kulturelles Zentrum des gesamten heutigen Lateinamerika. Es war während vielen Jahren eine künstlerische, literarische und architektonische Hauptstadt. Quito und sein spanisches Erbe wurden auf den Ruinen der Hauptstadt des nördlichen Inkareiches erbaut. In den frühen 1980er Jahren wurde Quito von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt in Anerkennung der Erhaltung seines kolonialen Zentrums, welche im Wesentlichen in der Architektur der Altstadt zum Ausdruck kommt.
Die Stadt befindet sich in einem Anden-Tal und ist eine Stadt der Sonne und des Himmels, umgeben von Bergen, und bietet an klaren Tagen einen Blick auf drei schneebedeckte Vulkangipfel. Das Klima Quitos ist aufgrund der grossen Höhenlage nahe dem Äquator das ganze Jahr über relativ mild und wird von vielen als ewiger Frühling beschrieben. Die täglichen Durchschnittstemperaturen betragen etwa 18°C, tagsüber mit Höchstwerten von etwa 22°C und am frühen Morgen mit Tiefstwerten von etwa 8°C. Absolute Höchstwerte erreichen in seltenen Fällen 28°C und Tiefsttemperaturen etwa 5°C. Die Jahreszeiten sind Winter und Sommer, Begriffe, die sich mehr auf die regnerische und trockene Jahreszeit als auf Temperaturschwankungen beziehen. Einige sagen, dass das Klima in dieser Höhe in den Anden wegen der grossen Temperaturunterschiede alle vier Jahreszeiten an einem Tag umfasst: Um 3 Uhr nachts beginnt der Winter, zwischen 6 und 9.30 Uhr morgens ist Frühling, von 9:30 bis 16:00 Uhr herrscht Sommer und dann beginnt der Herbst. Selbst die Regenzeit bietet normalerweise sonnige Morgen.
Im heutigen Quito leben etwas mehr als eine Million Menschen. Wie typisch ist für lateinamerikanische Städte, ist die Bevölkerungsdichte im Vergleich zu europäischen Normen sehr hoch. Trotzdem hat Quito eine Kleinstadtatmosphäre behalten - wahrscheinlich, da viele Orte immer noch zu Fuss erreicht werden können und ein Auto kein Muss ist. Die Entfernungen sind relativ kurz und das Bussystem ist sehr umfangreich.
Trotz seines Kleinstadtgefühls hat Quito kulturell viel zu bieten: Filme, Theater, Synfoniekonzerte, folkloristische Musikclubs, Discotheken, Salsotecas, Buchhandlungen, Museen, Kunstgalerien, Antiquitätenläden, Kunst- und Kunsthandwerkläden, touristische Attraktionen und gutes Essen im Überfluss. Es gibt sogar Jazz-Bars, Country- und Tanzbars und Treffpunkte speziell für Ausländer.
Quito ist eine Mischung aus moderner und traditioneller Kultur, mit starken spanischen, indigenen, nordeuropäischen und nordamerikanischen Einflüssen. Es besitzt grosse Gegensätze zwischen kolonialer und moderner Architektur, reichen und armen Vierteln, "oberen" und "unteren" Klassen. Es ist weltoffen und Kleinstadt zur gleichen Zeit und zieht einen mit seiner unvergleichlichen Atmosphäre und Mischung an Leuten sofort in seinen Bann.
Viele dieser Kontraste stehen in direktem Zusammenhang mit der massiven Abwanderung der Landbevölkerung im modernen Lateinamerika vom Land in die Stadt. In diesem Sinne kann Quito sicherlich als repräsentativ für viele lateinamerikanische Stadtgebiete angesehen werden - ohne jedoch das Ausmass der Probleme im Zusammenhang mit den riesigen Bevölkerungs-Ballungszentren vor allem in Mexiko und Brasilien oder auch in Ecuadors Hafenstadt Guayaquil.
Als Hauptstadt bietet Quito gute Verkehrsverbindungen zum Rest von Ecuador. Es ist das finanzielle, politische und administrative Zentrum des Landes. Nach den Galápagos-Inseln ist Quito das meistbesuchte touristische Zentrum Ecuadors. Reisen über Land und durch die Luft zu anderen Punkten in Südamerika und der Welt sind einfacher als von den meisten anderen Städten Ecuadors. Seine Lage macht es ideal für den Zugang zu den meisten anderen Gebieten des Landes, einschliesslich der Strände, Berge, und des Amazonas-Beckens. Besucher, die gerne Einkaufen, werden die Tatsache schätzen, dass Quito das wichtigste Marktzentrum des Landes für Handwerkserzeugnisse ist, und es ganz in der Nähe einiger der wichtigsten indigenen Märkte, wie zum Beispiel Otavalo, liegt. Nebst der grossen kulturellen Vielfalt bieten Quito und seine Umgebung spektakuläre Landschaften von Bergen und Tälern, Vulkanen und Flüssen im Überfluss.





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